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Bad Tölz - Zwei Tölzer Bergsteiger, der Stadtrat und Bäckermeister Andreas Wiedemann sowie der aus Dresden zugezogene Stukkateurmeister Uwe Kalkbrenner, haben heuer in der Nachmonsun-Zeit die 6856 Meter hohe Ama Dablam im Everest-Gebiet des Himalaja bestiegen. Mit einer privaten Kleinexpedition von elf Teilnehmern unter der Leitung des Südtiroler Bergführers Hermann Tauber waren sie am „heiligen Berg der Sherpas" unterwegs, einem der formschönsten Gipfel der Erde. |
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Die Expedition zur Ama Dablam war für die zwei Töl- zer Alpinisten weit mehr als der „sakrisch steile Gipfel- anstieg" - das große Erlebnis begann für sie bereits in Ne- pals Hauptstadt Kathman- du, wo ihre empfänglichen Sinne von der absoluten Fremdartigkeit einer einst blühenden hinduistischen und buddhistischen Kultur verzaubert wurden. Nach dem Weiterflug zum Landeacker von Lukhia wurden die Bergsteiger dort schon von ihrer Begleit- |
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mannschaft einheimischer Sherpas erwartet, zu denen sich im Verlauf der nächsten drei Wochen ein überaus freundschaftliches Verhält- nis entwickeln sollte. Bay- risch, sächsisch und die Sherpasprache, dazu als Eselsbrücke einige Brocken englisch, und schon war die Verständigung perfekt. Der Weg zum Basislager unter der Ama Dablam war viele Tagesmärsche weit, und alles, was so eine Expe- dition benötigt, muß hier ge- tragen werden, 30 Kilo die |
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Sherpas, die wohltrainierten mitteleuropäischen Alpini- sten deutlich weniger. Aber das ist normal in diesem Land, in dem noch alles, aber auch wirklich alles, von Menschen und Tragtieren befördert werden muß. Der Anmarsch führte durch eine paradiesische Hochgebirgslandschaft, vor- bei an einem der schönsten Plätze dieser Erde, dem be- rühmten Kloster Tengpoche, dem religiösen Zentrum der Sherpas. Am Horizont er- schien jetzt bereits der kühne |
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Obelisk der Ama Dablam, dahinter eine breite Mauer aus Fels und Eis mit Nuptse, Mount Everst und Lhotse. Für die Bergsteiger be- gann jeder Tag nach dem Aufwachen im Zelt mit ei- nem herzlichen „Good mor- ning, Sir" der einheimischen Begleiter, und auch die schmackhafte Sherpaküche trug zu einem liebenswerten Lager-Komfort bei. Nach einigen Tagen ohne Bett und Dusche hatte man sich |
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So gerieten die in ihren Zel- ten ausharrenden Bergsteiger zunehmend unter Zeitdruck Am 30. Oktober konnten Andreas Wiedemann und Uwe Kalbrenner von Hoch- lager II endlich den Anstieg zum Gipfel wagen. Die Hauptschwierigkeiten lagen bereits hinter ihnen, doch Sturm und Kälte setzten ih- nen hart zu. Während Uwe Kalbrenner die Gipfelhaube erreichte, entschloß sich An- di Wiedemann dicht vor dem Ziel zur Umkehr. Das gebot |
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an Klima, Höhe, Dreck und Zeltleben gewöhnt und genoß das Erlebnis in vollen Zügen. Im letzten Bergdorf Pangboche erhielten alle Bergsteiger noch den Segen und einen glücksbringenden Talisman vom Lama des Ortes. Mit dem Erreichen des 4500 Meter hoch gelegenen Basislagers begann für An- dreas Wiedemann und Uwe Kalkbrenner der weniger er- holsame Teil ihrer Nepal- Reise. Die alpinistisch sehr |
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ihm die Vernunft, nachdem er einige Jahre zuvor am Achttausender Cho Oyu schon einmal schlimme Er- frierungen erlitten hatte. Während viele Himalaya- Gipfelaspiranten vom Ehr- geiz zerfressen sind, konnte Wiedemann ohne ein Gefühl von Enttäuschung auf den Gipfel verzichten. Bisher hatte er stets Erfolg: An Cho Oyu, Pik Kommunismus, Mount McKinley, Aconca- gua oder Chimborazo. „50 Prozent Mißerfolg sind beim |
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anspruchsvolle Route auf dieAma Dablam, über den aus- gesetzten Südwestgrat, bietet nämlich Felskletterei im 3. bis 5. Schwierigkeitsgrad und bis zu 70 Grad steile Eis- flanken.Zunächst galt es, zwei Zwischenlager am Gratbe- ginn und auf einem Eisbalkon in der Gipfelwand auf- zubauen. Währenddessen schlug das anfangs beständi- ge Wetter um und es gab im- mer wieder Neuschnee, dazu tobten eisige Höhenstürme. |
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Expeditionsbergsteigen ganz normal," meint er im Gespräch. Da sei es kein Un- glück, auch einmal zur rich- tigen Zeit umzukehren. Mit und auch ohne Gipfel- foto war für die zwei Mitglie- der der Tölzer Alpenvereins- sektion ihre Expedition ein großartiges Erlebnis mit ei- ner Fülle unvergeßlicher Eindrücke in einem zauber- haft schönen Land mit lie- benswerten und gastfreund- lichen Menschen. Rainer Bannier |
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