Grundlagen der Backwarenherstellung
Die grundlegenden Bausteine der Eiweiße sind die Aminosäuren.
Sie sind aufgebaut aus den Elementen:
- Kohlenstoff (C)
- Sauerstoff (O)
- Wasserstoff (H)
- Stickstoff (N)
häufig enthalten sie auch
- Schwefel (S)
- Phosphor (P)
Mehrere Aminosäuren bilden Peptide (= kettenartige Verbindungen von Aminosäuren):
Proteine = einfache Eiweißstoffe 4bestehen nur aus mehreren Aminosäuren
Proteide = zusammengesetzte Eiweißstoffe 4enthalten außer Aminosäuren noch weitereStoffe (z.B.: Zucker, Fett, Mineralst.)

1.1.2
Bedeutung für den menschl. Körper
Die Eiweiße werden bei der Verdauung in ihre einfachen Bausteine, die Aminosäuren, zerlegt. Durch die Resorption (= Aufnahme der Nährstoffe durch die Darmwand ins Körper- innere) gelangen die Aminosäuren in die Leber. Dort können sie
- sofort zu körpereigenem Eiweiß aufgebaut oder
- gespeichert und erst bei Bedarf zu Eiweiß aufgebaut oder
- zu Traubenzucker abgebaut werden.
Eiweiß dient also als
Zum Aufbau körpereigener Eiweiße werden etwa 20 verschiedene
Aminosäuren benötigt. Doch nicht in jedem eiweißhaltigem
Nahrungsmittel sind alle Aminosäurearten enthalten. In vielen
Fällen kann unser Körper die fehlenden Aminosäuren mit Hilfe
von Enzymen aus anderen Aminosäuren herstellen.
Jedoch gibt es acht Aminosäuren die unser Körper
nicht nachbilden kann. Diese acht Aminosäuren müssen dem
Körper zugeführt werden, sie heißen deshalb essentiell
(=lebensnotwendig).
Deshalb ist es wichtig sowohl
verschiedenartige tierische wie pflanzlich Eiweißträger
aufzunehmen = gemischte Kost.
1.1.3
Eiweißgehalt von Nahrungsmitteln
| hoher Eiweißgehalt | geringer Eiweißgehalt |
| Sojabohnen (bis 50%) | Obst (ab 0,2%) |
| Erdnüsse | Kartoffeln |
| Käse | Pilze |
| Fisch, Fleisch (ab 11%) | Schlagsahne, Milch (bis 3,2%) |
Fette bestehen aus zwei Arten von Bausteinen:
Beide Bausteinarten bestehen aus den Elementen:
- Kohlenstoff (C)
- Sauerstoff (O)
- Wasserstoff (H)
Glycerin
4ist ein farbloser, süßschmeckender, dreiwertiger Alkohol von sirupartiger Beschaffenheit
4kann sich mit Fettsäuren verbinden (=verestern)
Fettsäuren
4kommen in zahlreichen, verschiedenen Arten vor; sie unterscheiden sich:
- in der Molekülgröße,
- nach gesättigten und ungesättigten Fettsäuren.
Während das Glycerin in jedem Fett enthalten ist, können die Fettsäuren verschieden sein. Dadurch unterscheidet sich die Beschaffenheit des Fettes.
Gesättigte Fettsäuren sind:
- Palmitinsäure C16H32O2
- Stearinsäure C18H36O2
Ungesättigte Fettsäuren sind:
- Ölsäure C18H34O2 (einfach ungesättigt)
- Linolsäure C18H32O2 (doppelt ungesättigt)
- Linolensäure C18H30O2 (dreifach ungesättigt)
- ArachidonsäureC20H32O2 (vierfach ungesättigt)
Gesättigt ist eine Fettsäure dann, wenn genau doppelt so viele H-Atome wie C-Atome vorhanden sind. Bei den ungesättigten Fettsäuren sind anstelle der fehlenden H-Atome einzelne C-Atome doppelt miteinander verbunden.

Wenn ein Fett drei gleiche Fettsäuren enthält, spricht man von reinen Fetten (Glyceriden). Es können aber auch zwei oder gar drei verschiedene Fettsäuren in einem Fettmolekül enthalten sein; dann spricht man von Mischglyceriden. Die in der Backstube verwendeten Fette können darüber hinaus aus verschiedenartigsten Fettmolekülen bestehen. Diese werden als Fettgemische bezeichnet.
Fette können fest, weich oder flüssig (=Öl) sein. Das ist
abhängig von den enthaltenen Fettsäuren, da diese
unterschiedliche Schmelzpunkte besitzen.
Auch der Rauchpunkt (=Temperatur bei der sich das Fett zersetzt)
ist von der Zusammensetzung abhängig. Als Siedefette sind
deshalb nur reine Fette geeignet (Rauchpunkt: über 200°C).
Fette sind in Wasser unlöslich, können aber in Äther, Benzin,
Benzol, Tetrachlorkohlenstoff und warmen Alkohol aufgelöst
werden.
Fette sind emulgierbar. Emulgatoren (z.B.: Lezithin)
unterstützen die Verteilung der Fette in Wasser. Natürliche
Fettemulsionen sind Milch, Eigelb und Butter. Auch Margarine ist
eine Emulsion.
1.2.3
Bedeutung für den menschl. Körper
Die Fette werden bei der Verdauung in die Bausteine Glycerin und Fettsäuren zerlegt und in die Blutbahn aufgenommen. Im Körper dienen die Fette:
Bestimmte Fette besitzen eine zusätzliche Funktion:
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren im Fett haben folgende Wirkung:
- Das Fett ist besser verdaulich (wegen niedrigem Schmelzpunkt)
- Das Fett kann zum Aufbau körpereigener Fette verwendet werden (mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind essentielle Fettsäuren)
- Das Fett kann Vitamine und Fettbegleitstoffe transportieren
1.2.4 Fettbegleitstoffe / Fettähnliche Stoffe (Lipoide)
Fettbegleitstoffe sind selbst keine Fette, kommen aber in
allen Fetten vor und gehen bei der Fettgewinnung in die
Speisefette über.
Dem chemischen Aufbau nach ähneln sie dem Fett insofern, als sie
auch aus einem Teil Glycerin und ein bis zwei Teilen Fettsäuren
bestehen. Sie enthalten außerdem aber noch einen anderen
Bestandteil.

Die bekanntesten Fettbegleitstoffe sind:
| Lezithin | >ist ein fettähnlicher Stoff, der aber nur zwei Fettsäuren enthält und ferner eine phosphor- und stickstoffhaltige Substanz (Cholin) |
| Karotin | >ist eine Vorstufe zum Vitamin A |
| Cholesterin | >ist ein ungesättigter, sekundärer" Alkohol. Es kommt hauptsächlich in tierischen Fetten vor |
In der Pflanze wird aus 6 Molekülen Wasser und 6 Molekülen Kohlendioxid je ein Zucker- molekül aufgebaut. Dieser Vorgang heißt Photosynthese:
6 H2O + 6 CO2 C6H12O6 + 6 O2
Wasser Kohlendioxid einfacher Zucker Sauerstoff
Der so erzeugte Zucker wird als einfacher Zucker bezeichnet und kommt in drei verschiedenen Arten vor:
Einfachzucker (Monosaccharide):
- Traubenzucker (Dextrose, Glucose)
- Fruchtzucker (Fruktose)
- Schleimzucker (Galaktose)
- der Süßkraft: - der Vergärbarkeit durch Hefe:
Fruchtzucker Traubenzucker
Traubenzucker Fruchtzucker
Schleimzucker Schleimzucker
Aus zwei Einfachzuckern baut die Pflanze doppelte Zucker auf (Summenformel C12H22O11):
Doppelzucker (Disaccharide):
- Rohr- und Rübenzucker (Saccharose)
= 1 Traubenzucker + 1 Fruchtzucker
- Malzzucker (Maltose)
= 2 Traubenzucker
- Milchzucker (Laktose)
= 1 Traubenzucker + 1 Schleimzucker
- der Süßkraft: - der Vergärbarkeit:
Rohr- und Rübenzucker Malzzucker
Malzzucker Rohr- und Rübenzucker
Milchzucker Milchzucker
Durch weiteren Zusammenbau von Einfachzuckern kann die Pflanze mehrfache Zucker bilden. Diese dienen ihr meist als Gerüststoff. Für den Aufbau von Mehrfachzuckern werden nur Traubenzuckermoleküle verwendet.
Vielfachzucker (Polysaccharide):
- Zellulose
- besonders viele Traubenzucker
- Gerüststoff der Pflanzen
- für den Menschen unverdaulich (Ballaststoff)
- Stärke
- geringere Anzahl an Traubenzuckern
- unlöslich, aber verkleistert beim Erhitzen mit Wasser (über 60°C) und bildet eine Gallerte
- kommt in zwei verschiedenen Bauweisen vor:
Amylose (kristallförmige Molekülstruktur)
Amylopektin (langkettig verzweigte Struktur)
- Dextrin
- Abbauprodukt (Bruchstück) aus der Stärke
- Molekülgröße: 8 - 12 Traubenzuckerbausteine
- bildet mit Wasser klebrige Gallerte
- Glykogen
- baut der menschliche Körper selbst auf, um es als Reservestoff in der Leber zu speichern. Bei Bedarf kann es schnell wieder zu Traubenzucker abgebaut werden.
Die handelsüblichen Zuckersorten (Kristallzucker etc.) werden aus Zuckerrüben hergestellt und bestehen daher aus dem Disaccharid Rohr- und Rübenzucker.
| Einfachzucker | können unverändert durch die Darmwände dringen und sofort verbrannt oder als Glykogen zwischengelagert werden. |
| Doppelzucker | können zu Einfachzucker abgebaut und verwertet werden. |
| Stärke | muß, um verwertet zu werden, durch Hitze aufgeschlossen (kochen, backen) und zu Einfachzucker abgebaut werden. |
| Dextrine | können leicht abgebaut und verwertet werden. |
| Zellulose | unverdaulich; wirkt verdauungsfördernd (Ballaststoff) |
1.3.3
Bedeutung für den menschl. Körper
Kohlenhydrate dienen dem Körper als
Bei den normalen Zuckerstoffen bilden meist sechs
Kohlenstoffatome die Grundlage (Einfachzucker C6H12O6).
Es gibt aber auch Kohlenhydrate die nur aus fünf C-Atomen
bestehen. Einige von ihnen sind Gerüstsubstanzen der Pflanzen,
wie die Hemizellulose oder Pentosane. Sie bestehen aus
ähnlich großen Molekülen wie die Zellulose, haben aber andere
Eigenschaften: Sie bilden in kaltem Wasser eine schleimartige
Gallerte (deswegen: Schleimstoffe). Dies ist für die
Verarbeitung von Roggenmehl sehr bedeutend.
Weitere Zuckerähnliche Stoffe sind die Pektine (Geliermittel)
und die Pflanzengummis.
Wasser ist der wichtigste Nährstoff für den Körper. Es hat folgende Aufgaben:
Im Körper werden Mineralstoffe verwendet als:
Mineralstoffe werden in zwei Kategorien eingeteilt:
Den vorwiegenden Anteil der Nährstoffe in der Nahrung bilden die Mengenelemente:
| Wirkung | |
| Calcium | Baustein für Knochen und Gewebe; notwendig für Blutgerinnung |
| Phosphor | Baustein für Knochen; Energiespeicherung und -übertragung in den Muskeln |
| Magnesium | Bestandteil der Muskeln und vieler Enzyme für den Energiestoffwechsel |
| Natrium | Regelung der Wasserbindung, Enzymaktivierung, Salzsäurebildung im Magen |
| Kalium | Regelung der Wasserbindung, Energieübertragung in den Muskeln |
| Chlor | Regelung der Wasserbindung, Salzsäurebildung im Magen |
Die sogenannten Spurenelementen" sind nur in geringen Mengen enthalten.
| Wirkung | |
| Eisen | Bestandteil des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin, Bestandteil von Enzymen |
| Zink | Bestandteil des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin, Bestandteil von Enzymen |
| Kupfer | Mitwirkung bei der Ausnutzung von Eisen; Bestandteil von Enzymen |
| Jod | Bestandteil des Schilddrüsenhormons |
Vitamine sind Wirk- und Reglerstoffe, die in Körperzellen ganz bestimmte Tätigkeiten anregen oder hemmen. Fehlen entsprechende Vitamine treten Mangelerscheinungen auf.
Man Unterscheidet zwischen fettlöslichen und wasserlöslichen Vitaminen:
Sie sind vor allem in pflanzlichen Speisefetten, Innereien und tierischen Produkten (Milch, Milcherzeugnisse, Eier) vorhanden.
| Aufgaben | |
| Vitamin A (Retinol) Vorstufe: Karotin |
Beteiligung am Sehvorgang |
| Vitamin D (Calciferol) | Knochenbildung, Calciumstoffwechsel |
| Vitamin E (Tocopherol) | schützt ungesättigte Fettsäuren vor Veränderungen |
| Vitamin K (Phyllochinon) | Blutgerinnung bei Verletzungen |
Sie kommen vor allem in Früchten, Kartoffeln, Gemüse, Getreideerzeugnissen sowie im Fleisch enthalten.
| Aufgaben | |
| Vitamin C (Ascorbinsäure) | Aufrechterhaltung von Gesundheit und Widerstandsfähigkeit |
| Vitamin B1 (Thiamin) | Bestandteil von Enzymen, die für den Stoffwechsel wichtig sind |
| Vitamin B2 (Riboflavin) | Bestandteil von Enzymen, die für den Stoffwechsel wichtig sind |
| Niacin | Bestandteil von Enzymen, die für den Stoffwechsel wichtig sind |
| Vitamin B12 (Cobalamin) | Eiweißstoffwechsel, Bildung der roten Blutkörperchen |
In Deutschland gelten nur Roggen- und Weizenmehl als Brotgetreidearten. Zu den Nicht-Brotgetreidearten werden Gerste, Hafer, Hirse, Mais, Reis und Buchweizen gezählt.

Gebäcke aus Weizen werden fast in der ganzen Welt verzehrt, Roggen dagegen wird nur in Mittel-, Nord- und Osteuropa verwendet.
Die Typenzahl gibt an, wieviel Gramm Mineralstoffe annähernd in 100 kg wasserfreiem Mehl enthalten sind.
| Type | Eignung |
| 405 | = Auszugmehl für Feine Backwaren |
|---|---|
| 550 | = Vordermehl für Weißgebäcke |
| 812 | = Voll- oder Hintermehl für helles Mischbrot; auch zum Beimischen für Weißgebäck |
| 1050 | = Hintermehl für Mischbrot |
| 1600 | = Hintermehl für dunkles Mischbrot (nur gering backfähig) |
| 1700 | = Backschrot für Schrotbrot |
| ohne | = Weizenvollkornmehl / -schrot |
Niedrige Typenzahl = helle Mehle aus dem Kern des
Mehlkörpers.
Hohe Typenzahl = dunkle Mehle aus den Randschichten des
Mehlkörpers.
2.2.2
Backtechnische Bedeutung
Weizenmehl der Type 550 setzt sich zusammen aus:
2.2.2.1
Eiweißstoffe des Weizenmehls
Backtechnisch sind nur die kleberbildenden Eiweiße Gliadin und Glutenin von Bedeutung. Die restlichen Eiweiße (Albumin, Globulin) lösen sich beim Einteigen im Schüttwasser.
Eigenschaften von Gliadin und Glutenin:
| Eigenschaften | backtechnische Bedeutung |
Die Backfähigkeit von Weizenmehl wird durch die Klebereiweiße bestimmt.
Die kleberbildenden Eiweiße sind wichtig für die Teigbildung!
2.2.2.2 Stärke
des Weizenmehls
Der Hauptanteil der im Weizenmehl enthaltenen Kohlenhydrate besteht aus Stärke. Der restliche Anteil sind lösliche Zuckerstoffe (Dextrine, Malz-, Traubenzucker), Zellulose und Pentosane.
Eigenschaften der Weizenstärke:
| Eigenschaften | backtechnische Bedeutung |
Stärke bildet beim Backen die Gebäckkrume!
Die Weizenstärke ist wichtig für die Gebäckbildung!
2.2.2.3 weitere
Mehlinhaltsstoffe
lösliche Zuckerstoffe
Die löslichen Zuckerstoffe des Weizenmehls sind hauptsächlich Dextrine, Malzzucker und Traubenzucker.
Zellulose und Pentosane
Zellulose und Pentosane kommen überwiegend in der Schale des Getreidekorns vor und sind unverdaulich. Sie sind
Mehlenzyme
| Enzym | Ausgangsstoff | Abbauprodukt | Wirkung |
| Amylase | Mehlstärke | Dextrin, Malz-, Traubenzucker | |
| Maltase | Malzzucker | Traubenzucker | wirken besonders im feucht-warmen Teig; sorgen auch noch in der letzten Gärphase für Zuckernachschub für die Hefe; nicht vergorener Zucker verstärkt die Krustenbräunung |
| Protease | Eiweißstoffe | Aminosäuren | schwächt den Kleber; besonders aktiv im feucht-warmen Teig |
| Lipase | Mehlfettstoffe | Glyzerin, Fettsäuren | macht sich nur in überlagerten Mehlen bemerkbar; Mehl wird ranzig |
| Type | Merkmale |
| 815 | = hellstes, schalenarmes Mehl |
|---|---|
| 997 | = helles, schalenarmes Mehl |
| 1150 | = graues, schalenreicheres Mehl |
| 1370 | = dunkelgraues, schalenreiches Mehl |
| 1740 | = dunkles, sehr schalenreiches Mehl |
| 1800 | = Roggenbackschrot (ohne Kornkeimling) |
| ohne | = Roggenvollkornschrot/-mehl (alle Kornbestandteile mit Keimling) |
2.3.2
Unterschiede: Weizenmehl - Roggenmehl
Roggenmehl der Type 1150 setzt sich zusammen aus:
Roggen- und Weizenmehl unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung. Roggenmehl enthält:
2.3.3
Folgerungen für die Praxis
Aufgrund der technologischen Unterschiede von Roggenmehl und Weizenmehl muß folgendes beachtet werden:
Mehl wird beim Lagern durch mehleigene Enzyme abgebaut. Besonders gefährdet ist Roggenmehl (Auswuchsschäden). Mehl sollte nicht länger als 2 Monate gelagert werden.
- kühl lagern,
- trocken lagern,
- luftig lagern,
- sauber lagern,
- vor Fremdgerüchen schützen.
3. Teigentwicklung und Backvorgang
a) Misch- und Quellungsphase
Mehl, Wasser, Hefe und Salz werden vermischt, die wasserlöslichen Bestandteile (wasserlösliches Eiweiß, Zucker und Salz) lösen sich in der Schüttflüßigkeit auf. Die Klebereiweiße und Pentosane beginnen zu quellen und die Stärke lagert Wasser an ihrer Oberfläche an. In dieser Phase binden die Klebereiweiße das 2-3-fache (bei Weizenteigen) und die unlöslichen Pentosane das Achtfache (bei Roggenteigen) des Eigengewichts an Wasser. Die Hefe beginnt langsam ihre Stoffwechseltätigkeit.
b) Knetphase
Bei Weizenteigen wird durch die Reibung des Knetwerkzeuges der
Kleber gebildet: die gequollenen Klebereiweiße (Gliadin und
Glutenin) werden zu feinen Strängen (Bändern) ausgezogen und
über den gesamten Teig verteilt. In diese Bänder"
sind die Stärkekörner eingelagert. So kann sich ein
dreidimensionales Klebernetz bilden, in dem sich das Gas zur
Teiglockerung sammelt.
Da bei Roggenteigen kein Kleber gebildet wird, genügt es, diese
nur intensiv zu mischen.
Während der Teigruhe soll sich der Kleber entspannen, damit
eine Überbeanspruchung der Kleberfilme vermieden wird und der
Teig leichter geformt werden kann. Besonders bei Überkneteten
Teigen ist eine verlängerte Teigruhe wichtig.
Die Wasserbindung durch die Mehlbestandteile schreitet fort und
die Hefe intensiviert ihre Stoffwechseltätigkeit.
So lange noch eingekneteter Sauerstoff im Teig ist vermehrt sich
die Hefe (Hefeatmung). Ist der Sauerstoff verbraucht, beginnt die
Hefegärung: Traubenzucker (C6H12O6)
wird durch das Hefeenzym Zymase zu Kohlendioxid (CO2)
und Alkohol (C2H5OH) abgebaut. Durch die
entstehenden Lockerungsgase (CO2) bilden sich im
ganzen Teig kleine Gasbläßchen (Poren), die den Teig lockern.

mono- = einfach-
di- = doppelt-
tri- = dreifach-
poly- = vielfach-
essentiell = lebensnotwendig
unessentiell = nicht lebensnotwendig
Resorption = Durchdringen der Darm- wand; Aufnahme der Nährstoffe durch die Darmwand ins Körperinnere
verestern = Verbinden von Glycerin mit Fettsäuren